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Pressemitteilung verschickt.
Und jetzt?

Die Pressemitteilung ist fertig. Die Headline sitzt, der Text ist abgestimmt, ein gutes Foto ist dabei. E-Mail schreiben. Empfänger auswählen. Senden. Und jetzt?

Jetzt könnten wir warten. Und am nächsten Morgen vorsichtshalber schon mal schauen, ob irgendwo etwas erschienen ist. Nur: Eine verschickte Pressemitteilung ist leider noch lange keine veröffentlichte Pressemitteilung.

Manchmal braucht es Geduld

Redaktionen bekommen täglich jede Menge Themenvorschläge. Und nur weil wir selbst unsere Geschichte großartig finden, muss eine Redaktion das noch lange nicht genauso sehen.

Manchmal passiert erst einmal: nichts.

Und manchmal erscheint der Artikel dann doch – zwei Wochen später.

Grundsätzlich wunderbar. Etwas weniger wunderbar, wenn sich die Pressemitteilung auf ein aktuelles Ereignis oder „das kommende Wochenende“ bezogen hat, das inzwischen längst Geschichte ist.

Auch das gehört zur Pressearbeit: Wann ein Beitrag erscheint, habe ich nicht in der Hand.

Deshalb geht es für mich auch nicht darum, eine Pressemitteilung möglichst breit zu streuen. Viel wichtiger ist die Frage: Für wen ist diese Geschichte überhaupt interessant?

Für die Lokalzeitung? Ein regionales Online-Medium? Ein Fachmedium? Radio oder vielleicht sogar Fernsehen?

Die richtige Geschichte muss zu den richtigen Menschen.

Und dann klingelt das Telefon

Manchmal passiert aber auch genau das, was man sich erhofft hat: Eine Redaktion meldet sich und möchte mehr erfahren.

Großartig!

In einem Fall wollte die Presse ein Interview mit der Inhaberin eines Ladengeschäftes führen.

Ihre Reaktion:

„Auf gar keinen Fall!“
„Aber es geht um dein Geschäft.“
„Ja.“
„Und die möchten mit dir darüber sprechen.“
„Ja. Aber ich kann das nicht. Ich kann nicht in der Öffentlichkeit sprechen.“
„Du machst das den ganzen Tag mit deinen Kunden. Und es ist nur einer, ein Journalist.“
„Trotzdem!“
„Es geht vielleicht auch telefonisch…?!“
„Nein! Mach du das!“

Nun gut. ?

So kann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit eben auch aussehen.

Mit dem Versand der Pressemitteilung ist meine Arbeit nicht automatisch beendet. Es kommen Rückfragen, weitere Informationen werden benötigt, vielleicht ein anderes Foto – oder eben jemand, der plötzlich ein Interview führen möchte.

Wobei ich viel lieber versuche, meine Kunden darauf vorzubereiten, selbst mit den Medien zu sprechen.

Ein Interview muss niemand von Natur aus „können“, aber man kann sich darauf vorbereiten:

Was möchte ich sagen? Was ist meine wichtigste Botschaft? Welche Fragen könnten kommen?

Pressearbeit ist mehr als ein guter Text

Natürlich ist eine gut geschriebene Pressemitteilung wichtig. Aber mindestens genauso wichtig ist es, eine Geschichte überhaupt zu erkennen, sie passend aufzubereiten und zu überlegen, welches Medium sich dafür interessieren könnte.

Und dann braucht es manchmal eben noch ein bisschen Geduld, Flexibilität und gelegentlich die Bereitschaft, selbst in den Vordergrund zu treten.

Was also nach dem Klick auf „Senden“ dann tatsächlich passiert?

Kannste dir manchmal wirklich nicht ausdenken.

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SRK Susanne Reichert
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